Die Anfänge - Sportakrobaten bauen ihre eigene Pyramide
Am 12.12.1998 gründeten 38 visionäre Eltern im Mainzer Stadtteil Laubenheim einen neuen Sportverein, um der hier ansässigen traditionellen Sportakrobatik neuen Auftrieb zu geben. "Sport + Akrobatik 1999 e.V. Mainz-Laubenheim" lautet der Komplettname des neuen Vereins, der als Ausgründung aus dem Athleten-Club 09 Laubenheim hervorging. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte am 22. März 1999. Bereits im Januar war der Verein auf 110 Mitglieder angewachsen.

Das Plus
Angefangen mit Sportakrobatik in allen Leistungsklassen, umfasste das Angebot wenige Zeit später auch Kinderturnen, Tanz und Bewegung für Kinder, Dance Aerobic, Video-Clip-Dance, Aroha, Zumba und Yoga. Von Anfang an war klar, andere Sportarten hinzu zu nehmen; daher wurde das "+" im Vereinsnamen gewählt.
Inzwischen steht der SAV auf zwei festen Säulen; die beiden Abteilungen Sportakrobatik und Tanz.

Die goldene Ära Spengler / Kiselichki
"Erfolgreich haben wir die in Laubenheim traditionelle Sportakrobatik in einem eigenen Verein gebündelt und wieder lebensfähig gemacht. Im Zusammenwirken aller Kräfte, auf der Basis einer soliden Nachwuchsarbeit", so schrieb es Klaus Spengler.
"Alle Kräfte" das waren vor allem Klaus, Gründer und langjähriger Vorsitzender. Er hat es geschafft ein tolles Team und den Verein lange Jahre auf unnachahmliche Weise zu führen.

Sportlich hielten Antoaneta und Orlin Kiselichki alle Fäden in den Händen. So ging es in der Sportakrobatik schnell und stetig aufwärts.
Schon im ersten Jahre feierten wir die ersten Rheinland-Pfalz-Meister und fuhren zu Deutschen Meisterschaften. 2002 errangen wir unsere erste Medaille bei einer DM; ein 3. Platz in der Jugend.
Ende des Jahrzehnts ging es dann Schlag auf Schlag: 2007, der 1. Deutsche Meistertitel im Podest (Schüler). 2008, der erste Deutsche Meister im Damen Paar. 2009 dann die Krönung: Deutscher Meister Senioren im Mehrkampf. Der SAV war angekommen in der nationalen Spitze. 2010 war der SAV dann international vertreten, als Teil des Deutschen Nationalkaders bei den Weltmeisterschaften.
Im Laufe der Jahre errangen unsere Erfolgstrainer noch einige weitere Titel.

Der Umbruch
Im Sommer 2014 verließen Antoaneta und Orlin den SAV. Die beiden beschlossen in ihre bulgarische Heimat zurückzukehren. Sie übergaben das Zepter an Galin Kiryakov; ein sportlicher Neuanfang. Galin wird unterstützt durch viele Übungsleiter und Trainer, die vorher meist selbst Sportakrobaten beim SAV waren.
Anfang 2015 verstarb Klaus Spengler; überraschend und viel zu früh.
Neben der sportlichen Neuausrichtung musste der Verein damit komplett neu aufgestellt werden.

Akrobatik als Show
Sportakrobatik ist eine sehr ausdrucksstarke Sportart, die mit Akrobatik, Gymnastik und Tanz sowie Mut und Kraft ein facettenreiches Ensemble darstellt. Es wäre schade, diese Kunst nur bei Turnieren oder Meisterschaften zu zeigen.
So bildeten sich aus den Reihen unserer Sportler inzwischen mehrere Showgruppen, die auch schon über die Landesgrenze hinaus bekannt sind. Ob bei der Fastnacht, bei Jubiläen und Festveranstaltungen oder anderen Events vollführen sie zur Freude des Publikums gerne ihre atemberaubenden Kunststücke, die sehr viel Trainingsfleiß und Kraft erfordern.

Unsere Tänzerinnen und Tänzer
Angefangen hatte alles in 2002 mit einer Gruppe von 15 erwachsenen Frauen, die Dance Company The Red Shoes, die ihren Trainingsraum verloren hatten. Der SAV Mainz-Laubenheim, ein junger Verein mit dynamischem Vorstand, war offen für eine neue Abteilung und sieht Tanzen auch heute noch als passende Ergänzung zu seinem Sportakrobatik-Angebot.

Mittlerweile bieten wir Tanzen in nahezu allen Altersgruppen und Schwierigkeitsgraden an. Unsere Stilrichtungen beinhalten Jazz Dance, Modern Dance, Contemporary Dance, Musical Dance, Videoclip Dance und HipHop. Aber auch für Tanzpaare haben wir Disco Fox und Salsa im Angebot. Unsere Tanzgruppen Sternenpflückern, Inbetweens, Sprinkles, Pure Diamonds, HipHop News und und Dance Kiddies sorgen für gute Pressenachrichten, weil wir eine Vielzahl an Auftritten im Jahr absolvieren, um unseren Tanzsport und auch den Verein SAV Mainz-Laubenheim bekannt zu machen.

Auftritte bei den Mainzer Tanztagen, Kooperation mit dem Staatstheater Mainz, Mitwirkung bei Großveranstaltungen wie dem internationalen Turnfest des deutschen Turnerbundes oder der Welt-Gymnaestrada lassen wir uns nicht entgehen. Besondere Aufmerksamkeit haben wir in Laubenheim und weit darüber hinaus mit unserem ersten großen Tanzabend – der Mainzer Dance Explosion – in 2018 erzielen können.

Wir legen - wie auch bei den Sportakrobaten - großen Wert auf eine ausgezeichnete Ausbildung unserer Trainerinnen und bilden regelmäßig eigene junge Trainerinnen aus. Gerne wollen wir in der Zukunft die Tanzstile auch noch erweitern.

Auch neben dem eigenen Training sind wir aktiv. So organisieren wir zwei, drei Tanzworkshops pro Jahr, auch gemeinsam mit befreundeten Tanzgruppen, um neue Choreografen kennen zu lernen. Neben der Erarbeitung einer ganzen Choreografie steht der Austausch und das gemeinsame Tanzen mit anderen Gruppen im Vordergrund.

Das Miteinander
Trotz all dieser sportlichen Aktivitäten und Ziele, kommt das gesellige Miteinander keineswegs zu kurz. Eine Vielzahl von Vorhaben prägt das Vereinsjahr und zeugt von einem lebhaften, kreativen und intakten Gemeinwesen. Ausflugsfahrten, Jugendfreizeiten und internationale Jugendbegegnungen, sowie die Teilnahme bei verschiedenen Veranstaltungen mit einem Imbissstand, wie bei dem Laubenheimer Nikolausmarkt und dem Kinderfestival der Sportjugend Rheinland-Pfalz, sind feste Stationen im Jahreskreis.

Allererste Freizeitaktivität des neuen SAV war 2000 die Teilnehme an den Seeparkspielen. SWR und HR produzierten eine zehnteilige Gemeinschaftssendung mit Wettspielen am und im Wasser. Hierbei kämpften Vereine um Geld zur Finanzierung eines Vereinsheimes. Aus 450 Bewerbern wurde durch Casting tatsächlich auch unser junger Verein ausgewählt. Da die Teilnehmer volljährig sein mussten, aber zu dieser Zeit keiner der aktiven Sportler des jungen SAV dieses Kriterium erfüllte, wurde die Mannschaft aus den wettkampferprobten Eltern rekrutiert, die sich tapfer schlugen. Nach sechs aufregenden Spielen war das Halbfinale geschafft und schließlich auch das Finale. Leider verließ uns in Führung liegend im letzten Moment Fortuna und wir wurden zweiter Sieger. Trotzdem bleiben das Miteinander und die Kameradschaft dieser Truppe in schöner Erinnerung und ist oft noch Gesprächsthema in launiger Runde.

Sehr beliebt war bei unserem Nachwuchs die Ferienfreizeit in den Herbstferien. Schon im Frühjahr wurde danach gefragt. Ob in der Pfalz, in der Rhön und in Sachsen, in der heimischen Turnhalle oder andernorts, die Tage waren stets ausgefüllt mit Turnen, Spielen und Schwimmen. Höhepunkte waren dabei immer wieder auch die von den Kindern selbst gestalteten "Abendprogramme", wo so manch heimliches Talent seinen großen Auftritt hatte. Vom Theatersketch bis zum Limbotanz wurde alles schon geboten. Heimweh gab es nicht.
Trainingslager finden inzwischen immer am Ende der Sommerferien statt, sind deswegen aber nicht weniger beliebt.

So werden wir weiter "Pyramiden" für die Kinder bauen, damit sie die Möglichkeit haben, sich sportlich zu entwickeln - jeder nach seinem Talent und Können.

Euer Martin Graw
Vorsitzender